Michael Helm

Heines Wintermärchen

Die nächste Matinee mit Heinrich Heines berühmtestem Text: Deutschland. Ein Wintermärchen.

Mehr zur Lesung in der Stadtbibliothek Herford am kommenden Sonntag (12.09.21 | Infos)

Open Air in Herford

Am Donnerstag geht’s endlich wieder los:

Hemingway Waits – Used Songs & Stories
Musikalische Lesung mit Michael Helm & Stefan Kallmer (Musik)
Stadtbibliothek Herford | 19 Uhr | Im Hinterhof | Link

Über die Zeit …

Die erste Matinee nach dem Lock Down in Herford. Ich freue mich darauf und habe ein Thema ausgesucht, das gerade gut in unsere Zeit passt: Haben wir in den letzten Monaten nicht über die neue Langsamkeit in unserem Leben nachgedacht? Alles schien stillzustehen. Jetzt rast der Alltag wieder schneller denn je. Die Zeit und wie wir sie empfinden ist zentral in unserem Leben und Denken.

Also, wer Lust hat, seine Zeit mit Literatur zu vertrödeln, ist willkommen …
20.09.20 | Stadtbibliothek Herford | 11 Uhr | Infos

Erste Lesung nach der Zwangspause

Ich freue mich!
Wieder einmal auftreten!
Wer hat Lust zu kommen?
Reisen wir doch einfach gemeinsam nach Sizilien.
Wann? Wo? Wie?
Hier gibts alle Infos!

mh

Erste Open Air-Lesung

Meine erste Lesung nach dem Lockdown wird in Herford stattfinden. Geplant ist sie am 21. August um 19.30 Uhr im Hinterhof der Stadtbibliothek. Es wird eine kürzere Veranstaltung, etwa 70 Minuten, ohne Pause. Thema: Sizilien. Ich bin dem Förderverein der Stadtbibliothek Buch.Bar sehr dankbar für das Engagement um diese Lesung. 

Mit Sizilien verbinde ich persönlich sehr viel. Wir haben die Insel bereist und ins Herz geschlossen. Während des Corona-Höhepunkts wandte sich mein besorgter Blick immer wieder in Richtung Italien. Da wir im Augenblick nicht so unbefangen reisen können, erwartet Sie ein bisschen Sommer, ein bisschen Kultur, ein bisschen Literatur … an der frischen Luft.

Wenn die Fallzahlen und das Wetter mitziehen, freue ich mich auf Sie in Herford. Weitere Infos finden Sie hier. Karten gibt es in der Stadtbibliothek.

Ihr Michael Helm 

Vor-Corona-Erinnerungen

© Foto Jürgen Escher

Fotos von der Venedig-Lesung in der Stadtbibliothek Herford. Wir hoffen alle, dass es bald weiter geht. Wie, das werde ich in den nächsten Tagen hier schildern. Es gibt ein Leben nach Corona, wie es aussehen wird? Schauen wir mal …

© Foto Jürgen Escher

Wir sehen uns!
Ihr Michael Helm

Matinee in Herford entfällt

Es ist ja nichts Neues mehr. Aber nun ist es für meine letzte Lesung vor den Sommerferien auch amtlich: Die Matinee zu Heinrich Heine (Infos) in der Stadtbibliothek Herford am 10. Mai wird entfallen.

Da wir alle nicht wissen, wie es weitergehen wird, würde ich Sie bitten, hier regelmäßig nach zukünftigen Lesungen zu schauen. (Die Webseite ist neben Facebook mein einziger Draht zu Ihnen.)

Natürlich haben wir bereits Lesungen für den Herbst und das nächste Jahr in Planung. Das gilt für die Buchhandlung Herdecke, wie die Stadtbücherei Spenge, als auch die Herforder Stadtbibliothek. Aber es ist der Coronazeit geschuldet, dass die meisten Lesungen noch nicht auf der Veranstaltungsseite angekündigt sind. Das kann sich dann auch relativ kurzfristig ergeben. Wir dürfen alle gespannt sein!

Da die Schulen im Augenblick natürlich damit beschäftigt sind, die Jahrgänge zu betreuen, die vor einem Abschluss stehen und selbstverständlich erst einmal versuchen in den Kernbereichen für Schüler und Eltern da zu sein, finden auch die Lesescoutprojekte im Augenblick nicht statt.

Ich nutze die Zeit, um mich für ein Leben nach Corona vorzubereiten. Ihnen wünsche ich alles Gute. Bleiben Sie gesund. Denken Sie an diejenigen, die Ihre Solidarität und Hilfe brauchen.

Und schauen Sie doch einfach regelmäßig hier vorbei. Auf dem Block gibt es wöchentlich etwas Neues!

Ihr Michael Helm

Sonntag ist Matinee

1838 bricht die in Paris berühmte Schriftstellerin George Sand mit ihren beiden Kindern auf nach Mallorca. Sie will dem kulturellen Trubel entfliehen und erhofft sich für den kranken Sohn Genesung. Mit von der Landpartie: Chopin, ihr Geliebter. Das ist der Stoff für eine der berühmtesten Mallorca-Erzählungen.

George Sand – Ein Winter auf Mallorca
Stadtbibliothek Herford | 08.03.20 | 10.30 Uhr | Infos
Karten gibt es in der Stadtbibliothek oder an der Morgenkasse

Matinee in Herford über Moskau-Reise

Am Sonntag (24.11.19 | 10.30 Uhr) ist es in der Stadtbibliothek Herford wieder soweit: Matinee mit Lesung, netten Gesprächen und spannenden Themen. Auf dem Programm: Moskau – Ein literarischer Spaziergang durch Russlands Hauptstadt.

2017 war ich eingeladen, die russische Metropole zu besuchen. An der Deutschen Schule habe ich ein Leseprojekt gemacht, meine Europa-Lesung gehalten und natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, so viel wie möglich von der Stadt zu erkunden. Wie immer wird mein Blick ein sehr literarischer sein. Sie können sitzen bleiben und genießen. Keine müden Beine, kein Freizeitstress. Nur lauschen und erkunden, in der Literatur.

Ich freue mich auf Sie. Infos

mh

Bildquelle: pixabay

Sonntags-Matineen im neuen Gewand

Am kommenden Sonntag geht es los mit „Theodor Fontane – Leben & Werk – Eine Collage“.

Stadtbibliothek Herford | 10.30 Uhr (Einlass) | 9,- € (inkl. Begrüßungsgetränk) | Infos

Wundern Sie sich nicht, die Matineen sind in ein neues Gewand gekleidet. Kein Frühstück mehr, dafür in netter Runde ankommen, plaudern und sich auf die Lesung freuen. Die bleibt, was sie war: für Neugierige, Leseratten, Bücherfreaks, Fans guter Literatur mit zeitgenössischer Relevanz. Eben für alle, die das gute alte Buch lieben. Literatur im Mittelpunkt!

Wir öffnen die Pforten um 10.30 Uhr. Ich bin für Sie da, für nette Gespräche bei einem Glas Sekt oder Sonstigem zu Beginn. Dann lese ich, am kommenden Sonntag zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane. Es gibt wie gewohnt eine Pause für weitere Gespräche. So gegen 13 Uhr findet die Matinee dann ihr Ende. Ein anregender Start in einen guten Sonntag …

Karten gibt es in der Stadtbibliothek Herford unter: 05221 189-8040. Und auch am Sonntag Morgen können Sie in Zukunft noch Karten bekommen.

Ich freue mich auf Sie.

Ihr Michael Helm

Aus dem Block …

Kaspars Gedankengang VI

… Bücher, die ich schon einmal gelesen habe, … warum lese ich die eigentlich ein weiteres Mal? … Bei 1984 ist die Antwort auf den ersten Blick banal. Es gibt 2021 acht Neuübersetzungen ins Deutsche … ob die Verlage glauben, dass ich diese nun alle lesen muss, konnte mir mein Buchhändler nur schmunzelnd beantworten …

… zwei Übersetzungen scheinen mir interessant zu sein:

George Orwell – 1984
Übersetzt von Frank Heibert
S. Fischer, 2021, 432 S.
ISBN 9783103900095

George Orwell – 1984
Übersetzt von Eike Schönfeld
Insel Verlag, 2021, 382 S.
ISBN 9783458178767

Erstere ist im Präsens übersetzt und weicht damit stilistisch erheblich vom Original ab. Ich hätte das ehrlicherweise eine Übertragung genannt … ob die Begriffe Übersetzung / Übertragung in getrennter Bedeutung so üblich sind, wie ich es empfinde, weiß ich allerdings nicht …

… Es stört mich etwas, mich an das Präsens zu gewöhnen … ich habe das Übersetzer-Nachwort bewusst noch nicht gelesen, weil ich mir erst einen eigenen Eindruck von der Idee machen möchte, die für mich auf der Hand liegt. Diese Form rückt den Stoff näher an die heutigen Leser*innen heran, in ihrer aktuellen Problematik … 

… Es ist kein Geheimnis, dass viele 1984 als ein Buch betrachten, das auch heute noch nicht an Aktualität verloren habe. Dass Orwell 1984 als Kommunismuskritik geschrieben hat, geht da etwas verloren. Für heutige Leser*innen stehen vielleicht die totalitären Mechanismen im Vordergrund, wie sie sicherlich in allen autoritären Regimen vorkommen können … welcher Ideologie auch immer. Da merkt man dem Buch – aus heutiger Sicht gelesen – auch gleich die „Schwächen“ an. Visionär beschreibt Orwell das Prinzip: Überwachbarkeit des Einzelnen bis ins Alltägliche, Kontrolle von Meinungs- und Gedankenfreiheit, Kontrolle durch das soziale Umfeld, Fälschung von Fakten, bis hinein in die Geschichte, etc. … Das alles wirkt heute, mit unseren technischen Möglichkeiten der Mediengesellschaften, die Orwell noch nicht kannte, viel bedrohlicher. 

… Fast altbacken wirkt es, wenn sich Winston Smith von den Augen des Großen Bruders überall verfolgt fühlt. Da hängen nahezu überall die Plakat mit der legendären Aufschrift Big Brother is watching you. Fast überall Mikrofone, Kameras, Telemonitore (ein Wort, das wie eine Antiquität klingt) … letztere senden nicht nur, sondern sie empfangen auch, was Winston in seiner Wohnung tut und sagt. Das geht so weit, dass Winston bemüht ist, stets seine Mimik zu kontrollieren, nicht nur, weil ihn die Technik sieht und hört, sondern auch jeder Kollege ein Spitzel des Großen Bruders sein könnte … die Welt ist voller Misstrauen … 

… das ist gleichfalls die Stärke des Buches, noch heute … es offenbart die Prinzipien des Totalitären, egal wie wir sie technisch umgesetzt sehen … heute nennen wir das Sprachassistenten, Smartphone-Technik, Social Media, Datenkrake, usw. … neutrale technische Möglichkeiten … aber wer sie missbrauchen will, kann es tun … die Prinzipien der Kontrolle sind dieselben … das totalitäre Prinzip erkennbar … offengelegt …

… ich habe 1984 als Schüler zum ersten Mal gelesen und war begeistert. Ich bin es heute auf ernüchterte Weise erneut. Wie das in den beiden Übersetzungen zum Tragen kommt – ich habe mir auch noch eine englische Fassung besorgt – wird sich zeigen … 

… Ich bin gespannt …

Kaspar Hauser

Kaspars Gedankengang V

… noch einige Gedanken zu Dave von Raphaela Edelbauer. Es hat mich dazu inspiriert Das flüssige Land von ihr hervorzuholen und in Sichtweite zu legen. Mich interessiert, ob sich der Stil, den sie in Dave verwendet, dort wiederfindet. Ich mag Autoren, die ihren Stil dem Sujet anzupassen verstehen und sich nicht darum scheren, ob Verleger und Leser dann maulen …

… die Frage beantworten, ob Dave eine Utopie ist oder eine Dystopie … eindeutig eine letztere … den eigentlichen Clou des Romans kann ich nicht verraten, obwohl man schnell merken wird, dass mit dem Erzähler des Buches etwas nicht stimmt … mit der Sprache stimmt eigentlich alles, auch wenn ihr nicht immer leicht zu folgen ist, … aber Raphaela Edelbauer nimmt ihren Stoff ernst und das spiegelt sich auch in der Art, wie sie schreibt … einige Stellen sind philosophisch durchdrungen, was mir gut gefällt … man sollte sie dann mehrfach lesen und das Zurückblättern nicht scheuen … Thema, neben dem auf der Hand liegenden der künstlichen Intelligenz (KI) und einer Welt, die durch diese geprägt sein könnte, ist die Frage nach dem Bewusstsein, der Frage, ob eine KI sich bewusst werden könne … dabei kam mir an vielen Stellen wieder die Frage nach der Verantwortung des Schöpfers in den Sinn … das verbindet das Werk mit Büchern wie Frankenstein (Mary Wollstonecraft Shelley) aber auch Ishiguros Klara und die Sonne … 

… das Buch entwickelte für mich einen Sog, dem ich mich schlecht entziehen konnte, auch in schwierigeren Passagen … zum Ende hin forciert die Autorin ein sprachliches Feuerwerk, das einen am eigenen Verstand zweifeln lässt … man weiß nicht mehr, wer wer und wo er ist … gemäß des kartesischen Grundgedankens ist die Welt der Wahrnehmung eben keine sichere, festgefügte, keine objektiv betrachtbare … ist es aber das ICH? … Ist hier jemand, weil er denkt? … ich finde das wirklich gelungen … nochmal lesen! …

… ist das Buch ein Science Fiction? Immer mal wieder werde ich nach guter Horrorliteratur gefragt und dann gehen mir natürlich auch Buchempfehlungen wie E.A. Poe, Mary Wollstonecraft Shelley und Bram Stoker durch den Kopf. Ich würde mich ja zurückhalten, sie so zu nennen … sie sind mehr … Ist Dave also ein Science Fiction? All diese Werke sind viel größer, als das populäre Genre, in das man sie stopft. Gute Science Fiction – wenn wir sie so nennen wollen – ist mehr als das. Ishiguros Buch (Klara) würde ich gar nicht erst so nennen. Dave passt sicherlich in diesen Begriff, auch wenn es ihn sprengt. Es sind nicht die Szenen einer irgendwann stattfinden Zukunft … Es sind die Fragen, die wir uns heute stellen … die wir beantworten müssen … die besten Science Fiction-Romane sind Gegenwartsromane, die mit ihren Gedanken eine Zukunft anmahnen, die uns bevorsteht, wenn wir auf diese Fragen keine Antwort finden wollen oder können …

Kaspar Hauser