Michael Helm

Mark Twain in Spenge

vom 03. Juli 2019

Michael Helm liest Geschichten eines Weltenbummlers

Freitag | 05.07.19 | 18 Uhr | Werbung Spenge | Infos

Hören Sie von dem Versuch, ohne jede Kenntnis den Chefredakteur eines landwirtschaftlichen Wochenblattes zu vertreten. Ein Unterfangen, das scheitern muss, wenn man in der anvertrauten Zeitung empfiehlt, Melonen von den Bäumen zu pflücken. Von Mark Twain wird das so humorvoll geschildert, dass man ihm weitere »fachliche Unzulänglichkeiten« dieser Art zugestehen möchte.

Oder lernen Sie einen alten Bekannten aus Jugendtagen kennen, der einen Zaun streichen lässt und den Begriff der Arbeit schmunzelnd neu definiert, wie kein anderer als eben Tom Sawyer.

Und dann erfahren Sie noch, warum Mark Twain das deutsche Wort Zahnbürste so liebte …

Lesescouts an der EKG

vom 03. Juli 2019

Auch an der Erich Kästner-Gesamtschule (Bünde) gibt es das Projekt Lesescouts für Jungen nun schon einige Jahre. Das Vorlesetraining richtet sich an Schüler der Klassen 8 – 10, die sich im künstlerischen Vortrag von Jugendbuchtexten bis hin zu anspruchsvollen literarischen Werken spielerisch ausprobieren wollen.

Nach dem erfolgreichen Auftritt der 10er-Jungen, die beim Schuljubiläum vor über hundert Gästen ein kleines Kästner-Programm auf die Bühne gebracht haben, hat sich gestern wieder eine neue 8er-Gruppe gebildet.

Interessierte Jungen, die sich in nächster Zeit an J.R.R. Tolkiens Hobbit ausprobieren werden: die brüllen wie Orks, sabbern wie Gollum und mit Köpfchen werden sie kniffelige Abenteuer lösen als Bilbo Beutlin. Ein bisschen Wehmut im Herzen, dass die 10er nun gegangen sind – sie waren drei gute Jahre zusammen in diesem Projekt – freue ich mich jetzt auf die neue Truppe. Das Abenteuer kann wieder beginnen …

mh

Fast ohne Worte …

vom 24. Mai 2019

Foto Sabine Wiek

Dank an die tollen Teams in Herdecke und Herford

vom 13. Mai 2019

Europa-Lesung in Herdecke (Veranstalterfoto)

In Herdecke sind meine Lesungen noch nicht so lange bekannt. Literatur im Dachgeschoss in der Herdecker Buchhandlung gab es am vergangenen Donnerstag dort erst zum zweiten Mal. Nach Morgennatz & Ringelstern im März waren es an diesem Abend die Texte zum Thema Europa, passend am Europatag und kurz vor der Europawahl.

Beide Veranstaltungen waren ausverkauft; es gab tolle Gespräche mit den Leuten in der Pause und nachher. Auch die kommenden beiden Lesungen in diesem Jahr sind bereits sehr gut nachgefragt. Ich freue mich, dass die Reihe bereits so gut angenommen wird. Das ist einem tollen Team in der Buchhandlung zu danken. Ich fühle mich dort nicht nur zu Hause – das wäre in meiner Heimatstadt keine Kunst – sondern auf eine Weise angekommen, wie sich das an anderen Orten erst viel später ergibt. Es funktioniert und macht Spaß!

Über zehn Jahre Lesungen in Herford

In Herford hatte gestern die Venedig-Lesung Premiere. Es gibt die Veranstaltungen in der Stadtbibliothek schon so lange, dass ich mich wie im eigenen Wohnzimmer fühle. Das Publikum ist mir vertraut und geschätzt. Die Inspirationen, Fragen und Diskussionen in der Pause sind immer besonders. Auch hier ist es ein toller Rahmen, den das Team mir bereitet. Und das an einem Sonntagmorgen!

Ohne ein vertrautes Miteinander mit den Veranstaltern geht es bei mir nicht. Sie machen die wichtige Arbeit im Hintergrund. Sie geben mir das Gefühl willkommen zu sein. Merci!

mh

Venedig

vom 09. Mai 2019

Ich freue mich auf die Lesung.

Sonntag |12.05.19 | Stadtbibliothek Herford | 10 Uhr | Infos

Carl von Ossietzky starb am 4. Mai 1938

vom 04. Mai 2019

Er war Friedensnobelpreisträger. Er war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er gab die Berliner Wochenzeitschrift Die Weltbühne heraus. 

Kurt Tucholsky hatte ihn empfohlen. Siegfied Jacobsohn, der Begründer der kritischen Zeitschrift über Politik, Kunst und Wirtschaft, hatte ihn ins Boot geholt. Seit 1926 schrieb er für Die Weltbühne, bis er 1927 – nach dem Tode Jacobsohns – unter Mitarbeit Tucholskys zu ihrem Chefredakteur wurde. 

Der engagierte Demokrat und Pazifist gehörte 1933 zu denjenigen Schriftstellern, deren Werke der Bücherverbrennung zum Opfer fielen. „Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften der Tucholsky und Ossietzky!“ Mit diesen Worten flogen ihre Schriften in die Flammen. 

Er wurde von den Nationalsozialisten verhaftet und kam in die Konzentrationslager Sonnenburg und Esterwegen, wo er schwer misshandelt wurde. Einer langjährigen Kampagne von Freunden und Unterstützern ist es zu verdanken, dass er 1936 rückwirkend den Friedensnobelpreis für das Jahr 1935 zugesprochen bekam. Man hatte ihn auf Druck der internationalen Öffentlichkeit schwerkrank aus dem KZ in ein Krankenhaus entlassen. Er stand allerdings weiterhin unter ständiger Bewachung der Gestapo. Zur Preisverleihung durfte er nicht nach Oslo reisen. 

Carl von Ossietzky starb am 4. Mai 1938 an Tuberkulose, als Folge seines Aufenthaltes im Konzentrationslager. 

mh

Europa

vom 04. Mai 2019

Nur eine Lesung? Aber ein deutlich hörbares literarisches Statement für eine alte Idee. Für Gemeinsamkeit, Offenheit, Toleranz, Demokratie, Vernunft und ein ehrliches, herzliches Miteinander. So stelle ich mir das vor… und offenbar auch viele Literaten, die die EU, eine EG oder eine EWG noch nicht einmal kannten.

Sie wurden wegen ihrer Schriften oftmals verboten, sogar verfolgt. Sie lebten im Exil, innerlich oder real. Sie setzten sich dennoch ein für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Für die Idee eines geeinten Europas. Sie gaben dieser Idee ihre Stimme.

Infos zur Lesung

Gehen oder bleiben?

vom 03. Mai 2019

Hermann Kesten war ein deutscher Schriftsteller der Neuen Sachlichkeit. Mir begegnete er in den letzten Tagen immer wieder, als ich in einem Schülerprojekt über Erich Kästner sprach. Kesten war ein geschätzter Kollege und Freund Kästners. Als jüdischer Mitbürger und wegen seiner politischen Gesinnung verließ er 1933 – im Gegensatz zu Kästner – das Land und floh nach Frankreich und 1940 in die USA.

Es ergab sich eine spannende Diskussion in der Gruppe darüber, was man selbst in einer solchen Situation wohl getan hätte: emigrieren, wie Hermann Kesten, oder die innere Emigration wählen wie Erich Kästner. Eine schwierige Frage.

Hermann Kesten starb am 3. Mai 1996 in Basel.

mh

Zeit für einen alten Schmöker …

vom 26. März 2019

Zum 300. Jubiläum seines Erscheinens habe ich mir wieder einmal einen Klassiker hervorgekramt, den ich zuletzt in jungen Jahren gelesen hatte: Robinson Crusoe von Daniel Defoe. Das Buch ist 1719 zum ersten Mal herausgekommen.

Macht es schon Freude, die Schmöker alter Tage mit einem ganz anderen Blick zu lesen, so ist das Vergnügen mit den Bänden der Mare-Buchreihe umso schöner. Wunderbare Ausgaben für Bücherliebhaber, die ihren wohlverdienten Preis haben. Ich halte solche Ausgaben lieber in der Hand, als sie durchzuwischen.

Es ist aufregend, mit reicher gewordener Leseerfahrung durch das Buch zu stöbern, das man einst fast jungfräulich verschlungen hatte. Damals hechelte ich hindurch auf der Suche nach dem Abenteuer. Mehr Zeit bleibt jetzt für jeden Satz, mehr für das einzelne literarische Bild und den einzelnen Gedanken. Auch Genuss will offenbar mit zunehmendem Lesealter erworben sein.

mh

Daniel Defoe, Robinson Crusoe, Mareverlag, 2019, übersetzt von Rudolf Mast

Letzter Stimmbandtest…

vom 23. März 2019

Ein letzter Stimmbandtest… und dann geht es morgen in der Frühe nach Herford zur Čechov-Matinee. 

Nach Leila und Madschnun in Spenge am vergangenen Mittwoch nun zu einer anderen Liebesgeschichte der Weltliteratur in der Stadtbibliothek Herford. 

Im Stil könnten beide nicht unterschiedlicher sein. Es ist spannend, beide einmal so dicht beieinander zu lesen. Das ist die weite Welt der Literatur. Das ist das Schöne an meinem Beruf. (Infos)

mh