Michael Helm

Europa

Nur eine Lesung? Aber ein deutlich hörbares literarisches Statement für eine alte Idee. Für Gemeinsamkeit, Offenheit, Toleranz, Demokratie, Vernunft und ein ehrliches, herzliches Miteinander. So stelle ich mir das vor… und offenbar auch viele Literaten, die die EU, eine EG oder eine EWG noch nicht einmal kannten.

Sie wurden wegen ihrer Schriften oftmals verboten, sogar verfolgt. Sie lebten im Exil, innerlich oder real. Sie setzten sich dennoch ein für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Für die Idee eines geeinten Europas. Sie gaben dieser Idee ihre Stimme.

Infos zur Lesung

Enniger, ein Stück Europa

Ein literarisch-musikalisches Statement für eine alte Idee. Bei der Europa-Lesung in der Pfarrhausdeele in Enniger sind gestern Abend über hundert Leute gekommen. Volle Hütte. Da waren nicht nur die Musiker, Stefan Kallmer (Klarinette) und Werner Junkerfeuerborn (Gitarre) begeistert. Und das, bei einem sehr nachdenklich stimmenden Thema, das uns offenbar noch bewegt. Der Abend stimmte mich jedenfalls wieder hoffnungsvoller.

Wir danken den Veranstaltern für einen tollen Rahmen in wunderbarer Atmosphäre. Ein kleiner, aber feiner Ort in Europa, in dem so etwas möglich ist.

mh

Europa-Lesung in Enniger

Die nächste Lesung wird eine musikalische. Das Programm „Europa im Herzen“ zusammen mit Stefan Kallmer (Klarinette) und Werner Junkerfeuerborn (Gitarre) am kommenden Samstag in der Pfarrhausdeele in Enniger ist fast ausverkauft. Es soll noch wenige Einzelkarten dort geben. Wir freuen uns auf die volle Hütte und unser literarisch-musikalisches Statement für eine alte Idee. Infos

Bummel durch Europa

Mark Twain steht bei der nächsten Matinee in Herford auf dem Programm. Bummeln Sie mit uns durch Europa. Das kann nicht gutgehen, mit dem spitzzüngigen Amerikaner durch Europa?

Die Frage ist berechtigt: Nach der Lektüre seiner Reiseberichte in amerikanischen Zeitungen hätten sich die venezianischen Gondoliere sofort über Bord gestürzt, die Schweizer ihre Berge verhüllt und Deutschland sein Deutsch im Museum ausgestellt, neben einer Zahnbürste. Doch Sie würden mich schlecht kennen, würde ich das Unmöglich nicht möglich machen. Wir werden zwar herrlich durch den Kakao gezogen, aber dennoch über uns lachen können. Versprochen!

Infos

Europa Lesung in Witten

Europa steht auf dem Prüfstand. Doch die Idee eines geeinten Europas ist eine alte Geschichte. So alt, dass wir sie machmal aus den Augen verlieren? Michael Helm, Schriftsteller und Rezitator, setzt bei seiner Lesung (30.03.17, 19 Uhr, Stadtbibliothek Witten) prägnante literarische Mosaiksteine nebeneinander. Er lädt ein, über Zeiten und Umstände hinweg, die Gedanken der Dichter und Denker zu hören, die für Europa stritten, bevor es die EU überhaupt gab. Infos»

Das beste Europa, das wir bisher hatten

Gedanken zur Heine-Lesung am Mittwoch

Wenn ich am kommenden Mittwoch (25.01.17, 19.30 Uhr, Infos») zur Heinrich Heine-Lesung in Spenge antrete, so diesmal mit dem Gefühl, dass es keine Heine-Lesung ist, wie viele der zurückliegenden: ein anregender Abend mit Gedichten und Texten des deutschen Dichters. Heine war immer aktuell, keine Frage. Aber etwas hat sich verändert. Was wird aus diesem Europa, für das Heine schon in seiner Epoche, als es die EU noch gar nicht gab, so vehement eintrat? Es gab seinerzeit nicht einmal ein Deutschland, wie wir es heute kennen, geschweige eine Deutsch-französische-Freundschaft. (more…)

Erste Lesung 2016

Sie mussten lange warten? Im Januar war ich vornehmlich mit meinen Lesescoutprojekten an den Schulen für den Nachwuchs tätig. Im Februar gibt es aber die erste Lesung. Und da sich in der Sache nichts gebessert hat, ist diese Lesung aktueller denn je…

Europa im Herzen
Ein literarisches Statement für eine alte Idee
Ein buntes Programm mit Texten von Heine, Tucholsky, Gryphius, Ringelnatz und anderen
11.02.2016 | 19:30 Uhr | Stadtbücherei Spenge | Infos»

Ich freue mich auf Ihr Kommen!

mh

Europa im Herzen

Ich danke dem Herforder Publikum dafür, dass eine Lesung für Europa – trotz aller Kritik, trotz aller Nörgeleien, trotz aller Stammtischparolen – zu einem solchen Erfolg werden konnte. Die Idee eines freien, friedlichen und toleranten Europas ist sehr alt – wie es bei der Lesung hoffentlich hörbar wurde – und lange nicht tot!

mh

Europa im Herzen

Nachdem der Autor dieser Zeilen immer häufiger von europakritischen Tönen hört und liest, die in gehässige, wenn nicht gar europafeindliche Missklänge umschschlagen, ist es vielleicht einmal Zeit wieder darauf hinzuweisen, dass wir mehr gemeinsam haben, als man uns einreden möchte. Deshalb möchte ich Ihnen hier schon einmal drei Lesungen im Herbst ans Herz legen, die sich mit den schönen Seiten und Orten unseres Kontinents beschäftigen werden. Nicht unkritisch, wie ich betonen möchte, aber immer mit einem liebevollen Blick, der nicht verachtet oder schmäht! (more…)

Aus dem Block …

Kaspars Gedankengang III

… zurück zu dem Gedanken an Klara und die Sonne. Zurück zu Dave. Beide Bücher spielen mit Vorstellungen des Zukünftigen. Doch schreibt Ishiguro in Klara und die Sonne keinen Science Fiction. Das hatte er auch in Alles, was wir geben mussten schon nicht getan, selbst wenn er utopistische Sujets verwendet … 

… Klara ist eine Roboterin – überhaupt sind die Figuren fast ausschließlich weiblich. Da ist die Mangagerin, die Klara verkaufen will. Klara steht mit den anderen Robotermodellen im Geschäft, wenn alles gut läuft, wird sie gar im Schaufenster feilgeboten. Klara freut sich, die Sonne erreicht sie dort mit ihrer „lebensspenden“ Kraft besonders. Klaras Energiehaushalt wird über Solarzellen gespeist. Was hier banal klingt, entfaltet Ishiguro zu einer ungeahnten Idee im Buch … Ein Highlight des Romans …

… Klara freut sich, im Schaufenster zu stehen? Ja, sie freut sich. Sie beobachtet die Menschen auf der Straße, ist enttäuscht, … vielleicht sogar ein bisschen verärgert über die Maschine auf der Straße, die den Blick zur Sonne mit ihren Abgasen trübt … Eine Roboterin, die fühlt? … Klara soll wie alle anderen Modelle eine Begleiterin für Jungendliche sein, besonders ein emotionaler Halt auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Dafür ist sie geschaffen worden … Ishiguro schafft keine intellektuell übermenschlich begabten Roboter, er schafft empfindungsfähige Kreaturen. Eine davon, Klara, erzählt uns ihre Geschichte. Und sie ist eine einzigartige Erzählerin in der Weltliteratur … Sie ist noch unerfahren, beobachtet den Menschen … und sie ist eine scharfe Beobachterin … macht sich ihre Gedanken … ihre Erfahrungen … lernt … ist mitfühlend … Ishiguro findet für sie einen Ton, der die gesamte Geschichte prägt … Klaras Sicht der Dinge … Ishiguro beschreibt einen zutiefst menschlichen Charakter, den wir uns nicht mehr als Maschine vorstellen können …

… ich assoziiere sofort den Weltklassiker von Mary Wollstonecraft Shelley, in dem die Verantwortung des menschlichen Schöpfers für sein „Geschöpf“ in den Blick genommen wird … Untertitel: Der moderne Prometheus.

… Ishiguro redet nicht von der Technik, den technischen Möglichkeiten. Solche Details sind ihm unwichtig. Er denkt sich und uns in eine Welt, die sich (technisch) verändert hat, in der seine Figuren, Menschen und menschliche Maschinen existieren müssen … und wie sie es tun … er fragt nach der Individualität und den „menschlichen“ Beziehungen untereinander …

… Wie anders ist Dave. Raphaela Edelbauer schreibt einen hochwertigen Science Fiction … Es wird eine andere Zeit erdacht, bis hinein in die computertechnischen Details und Herausforderungen, wie sie uns drohen könnte … gut recherchiert, sofern ich das beurteilen kann, ich bin kein it-Spezialist …

… Dave soll die erste Künstliche Intelligenz sein, die mit Höchstleistung an Rechnerkapazität ausgestattet, ein menschliches Bewusstsein bekommen soll … Wie bei Klara, soll die Maschine mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet werden, um den Menschen letztlich zu übertreffen. Nicht nur Syz, den Erzähler und Protagonisten, überkommen da im Laufe der Geschichte Zweifel … den haben die Leser*innen gleich auf den ersten Seiten, auf denen es zum Totalausfall des genialen Rechners zu kommen droht … 

Spannend geschrieben, gespannt harre ich auf Weiteres …

Kaspar Hauser

Herforder AutorInnen lesen wieder

Im Rahmen der Herforder Kulturnacht (25.09.2021) liest auch die Herforder AutorInnen-Gruppe am kommenden Samstag wieder. Der lange, aber wenig märchenhafte Zauberschlaf ist vorbei. Wir freuen uns auf die Lesung und auf viele Gäste …

25.09.21 | Frühherrenhaus Herford | 19.30 Uhr | Infos