Die Vorlesewerkstatt Herford, so ihr pragmatischer Name, gründete sich vor zwei Jahren während der Aktion "Herford liest ein Buch". Damals trat die Gruppe mit einem abendfüllenden Programm unter meiner Leitung in der Stadtbibliothek Herford auf. Gefördert durch Buch.Bar, den Förderverein der Stadtbibliothek. Jetzt gab es weitere Treffen und einen Auftritt bei Songlines III im Stadttheater in Herford.
Die drei Schüler und zwei Schülerinnen verschiedener Schulen wollten gerne an der Veranstaltung teilnehmen, die unter dem Motto "Achtzig Jahre Frieden. Achtzig Jahre Kriegsende" stand. Es war ihnen wichtig, weiter zu machen und gerade zu diesem Thema zu arbeiten. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, so der rote Faden in den gemeinsamen Gesprächen und Proben. Nach etlichen Ideen und vorbereitenden Treffen führte die Vorlesewerkstatt am 12. Oktober auf der Herforder Theaterbühne ein kleines Programm aus Tucholsky-Texten und auch selbstgeschriebenen Gedichten vor, das während des bunten musikalischen Programms großen Anklang fand.
Bestimmt ist auch dieser Auftritt nicht der letzte gewesen, waren wir uns hinterher einig. Es kann gerne mehr kommen.
mh
Lesung für Literaturmagazin Tentakel
Am Donnerstag (09.10.2025) lese ich eigene Texte, die im Literaturmagazin Tentakel erschienen sind. Die Lesung findet in Bielefeld in der Bürgerwache um 19 Uhr statt. Infos
Freue mich drauf.
Kreativworkshop
Du möchtest deine eigenen Erinnerungen und Geschichten kreativ ausdrücken? Du Interessierst dich für Kunst und Text? Du hast Lust gemeinsam mit renommierten Künstler*innen neue Ausdrucksformen zu entdecken? Du möchtest mal ein Wochenende raus? Dann melde dich für den Kreativworkshop „Erzählen mit der Stimme" mit Künstler Michael Strauß und Rezitator Michael Helm an! Infos
KettenReaktionen
Lesung zur Ausstellung „Passionen“ von Bahareh Alaei & Henning Bock. Die Herforder AutorInnengruppe liest im Zusammenspiel mit ausgewählten Exponaten selbst verfasste lyrische, prosaische und performative Texte. Weitere Infos
Vorerst letzte Lesung „Zwischen den Zeilen“ in Spenge
Vierundzwanzig Jahre lang gab es die Reihe „Zwischen den Zeilen“ in der Stadtbücherei in Spenge. Leider endet diese Ära jetzt. Wir konnten uns nicht auf eine unveränderte Fortsetzung der vier Mal im Jahr stattfindenden Lesungen für 2025 einigen. Einfach zwei Lesungen weniger im Rahmen des Erfolgskonzepts der vergangenen Jahre anzubieten, kam für mich nicht in Frage. Das hätte mit „Zwischen den Zeilen“ als regelmäßigem Format nichts mehr zu tun gehabt. Gerne komme ich aber als Gast mit meinen Lesungen und literarisch-musikalischen Programmen in die Stadtbücherei zurück, allerdings nicht mehr im Rahmen einer festen Reihe mit festgelegten Terminen pro Jahr.
Somit ist die musikalische Lesung mit Stefan Kallmer zu Joachim Ringelnatz am 20. November 2024 mein Abschied von der Reihe „Zwischen den Zeilen“. (Infos zur Lesung) Auf diesen Abend freue ich mich natürlich noch einmal besonders. Es wird eine kleine Überraschung auf Sie warten. Wir freuen uns, Sie noch einmal zu sehen.
Michael Helm
1×1 der Romantik
Das Vokabular, die Grundlagen ... alles über die Romantik. Zauberworte entdecken. Romantische Gedichte, romantische Vorstellungen, romantisches Denken. Ein bisschen Kitsch, ein bisschen Kritik, viel Humor und Augenzwinkern, gewürzt mit einem Schuss Melancholie und Empfindsamkeit.
Am kommenden Samstag liest die Herforder AutorInnen-Gruppe in der Gedenkstätte Zellentrakt in Herford für eine demokratische, weltoffene, gewaltlose und bunte Gesellschaft.
PS. Die Bachmann/Celan-Lesung nimmt auch Gestalt an. Schauen Sie doch mal ... (Infos)
vorbei
ich kann sie drehen und wenden ich finde meine komfortable ansicht der dinge nicht wieder
Kafka-Lesung auch in Rheda
Nach der tollen Premiere in Spenge wird es einen weiteren Auftritt mit dem Duo Kallmer & Helm in der Bibliothek Rheda geben. Wir freuen uns dort auf den "Versuch einer zweiten Audienz im Schloss". Diese Lesung soll voraussichtlich im September sein.
Eine weitere Kafka-Lesung des Duos gibt es mit dem Förderverein Buch.Bar der Stadtbibliothek Herford am 30.11.2024. Dann geht es um die Erzählungen und das Leben des Schriftstellers, der heute vor einhundert Jahren gestorben ist.
Aus dem Block …
vorbei
ich kann sie drehen und wenden ich finde meine komfortable ansicht der dinge nicht wieder
Jon Fosse – Melancholie
Ende des 19. Jahrhunderts: Der norwegische Maler Lars Hertervig studiert in Düsseldorf Landschaftsmalerei. Er hat sich ein kleines Zimmer gemietet und verliebt sich in Helene, die fünfzehnjährige Tochter seiner Vermieter. Dieses nicht einmal richtig entflammte Verhältnis findet die Ungnade der Familie. Lars soll die Wohnung verlassen. Das Scheitern der Beziehung scheint Lars Hertervig verrückt werden zu lassen.
Was auf der inhaltlichen Ebene einfach erscheinen mag, nimmt sich in Hertervigs Denken anders aus. Denn von Anfang an ist seine Sicht der Dinge „anders“. Gedanke um Gedanke kreist in seinem Kopf, wiederholt sich, ordnet sich scheinbar neu. Niemals kommt sein Denken zu einem Abschluss. Der Geisteszustand Hertervigs grenzt an Verwirrung und seine Gedanken verwirren sich mehr und mehr durch die ihn befremdenden Erlebnisse. Sind seine Gedanken wahnhaft, Verfolgungsfantasien oder der Ausdruck seiner Realität?
Dies lässt Jon Fosse in seinem Roman „Melancholie“ offen. Er betrachtet das Geschehen aus der Sicht Hertervigs. Er versteht es in einer ausgefeilten, dem Denken dieses Menschen entsprechenden, einfachen Sprache, die subjektive Welt Hertervigs darzustellen. Das ist faszinierend und schwer zu lesen zugleich, denn die unendlichen Gedankenketten Hertervigs wälzen sich über etliche Seiten dahin. Wie einprägsam Fosses Sprache ist, stellte ich fest, als ich das Buch fortlegte. Die ewigen Wiederholungen und Wortketten begannen, von meinem Denken Besitz zu ergreifen, wie musikalische Ohrwürmer. Fast suggestiv haben sie sich in den Kopf eingeschlichen und es brauchte Zeit und Ablenkung, um sich wieder aus dieser zirkulären Gedankenwelt Hertervigs zu befreien.
Jon Fosse hat für das Denken eine Sprache geschaffen, in der Existenzielles einen einfachen Ausdruck findet. In dem, was sich zwischen den Gedankenketten auftut, rührt er an der Grenze des Unbewussten.
Mit der Geschichte Lars Hertervigs ist der Roman nicht zu Ende. Zwei weitere Erzählungen setzen an die Hertervig-Geschichte an, die sich wie die folgenden Akte eines Theaterstücks ausmachen. Generationen später werden Personen betrachtet, die mit Hertervig in familiärer Beziehung standen. Auch in diesen Erzählungen ist es der faszinierende Stil Fosses, der einen in seinen Bann zieht.