Michael Helm

Biografieträchtiges

Heute lese ich zum ersten Mal in der Buchhandlung Herdecke. Es ist schon etwas anderes, an dem Ort zu lesen, an dem man seine ersten Bücher gekauft hat. Das wird heute Abend also biografieträchtig. Auch wenn es um die Herren Morgennatz & Ringelstern gehen wird. Infos zur Lesung.

Heute Abend in Melle

Morgennatz und Ringelstern in Melle. (Infos) Das Fachwerk 1775 wird wieder ein tolles Ambiente bieten für eine Lesung, die mich seit vielen Jahren begleitet. Bereits vor fast zwanzig Jahren in Düsseldorf im damaligen Schnabelewopski (Heinrich Heine-Geburtshaus) gegeben, habe ich die beiden Humoristen in der Kombination schon so häufig auf die Bühne gebracht, wie kaum eine andere Lesung. Es ist immer wieder schön, vom ästhetischen Wiesel zu erzählen oder zwei Ameisen auf die Reise zu schicken. Ich warte auch heute Abend wieder gerne stundenlang mit Publikum auf Bumerang.

Aber es geht ja auch um die Schattenseiten des Daseins als „Clown“. Viele Humoristen trugen schwer an ihrem Leben. Wer lachen will, muss auch zu weinen verstehen. Das eine geht ohne das andere oft nicht. So machte der Melancholiker Christian Morgenstern den Humor zu seinem Lebensprogramm und zu einer Art Selbsttherapie. Zeitlebens war er – wie seine Mutter schon – lungenkrank. Und Joachim Ringelnatz? Der wurde von den Nationalsozialisten verachtet und ist bettelarm gestorben. Das hinterließ Spuren, auch in seiner Lyrik.

Heute Abend geht es wieder um beide Seiten des Lebens. Ich freue mich, dass mich die beiden Dichter schon ein solch langes Stück Leben begleiten. Mir haben sie viel gegeben, nicht zuletzt die Fähigkeit, manches einmal anders, völlig verquer und um die Ecke gedacht zu betrachten. Das Schwere im Leben zu verlachen, ist eine wunderbare Gabe.

mh

Morgen im Gerbereimuseum…

Zwei Ameisen, die wollten nach Australien reisen und ein Schnupfen auf der Terrasse, auf dass er sich (dort) ein Opfer fasse…

Morgennatz & Ringelstern
Die verdrehte Welt zweier Wortakrobaten

17.10.17 / 19.30 Uhr / Gerbereimuseum Enger / Infos»

 

Aus dem Block …

Nacht der Bibliotheken

Heute ist die „Nacht der Bibliotheken“, auch in Spenge. Ich hätte dort heute Abend Kurt Tucholsky gelesen. In C-Zeiten natürlich nicht live.

Dabei hatte ich im Dezember noch gehofft: Im März könnte doch wieder etwas gehen, vielleicht im kleinen Rahmen, vielleicht mit wenig Publikum, hinter Masken und Plexiglaswänden, oder doch ohne Gäste? Jetzt findet die Lesung auch ohne Rezitator statt. Der sitzt, wie Sie, zu Hause und liest sich selbst etwas vor.

Dafür hat die fb-Seite der „Stadt Spenge – Kultur und Stadtmarketing“ einen kleinen Auszug, einen Tucholsky-Schnipsel von mir online gestellt. (Danke dafür an Spenge und die Bücherei.)

Das Thema der Nacht der Bibliotheken ist „Einmischen“. Und Tucholsky hat sich eingemischt und würde es auch heute noch tun. Aber dazu dann später wieder mehr … live, ohne Virus, mit Publikum und Live-Einmischung meinerseits.

Wenn ich körperlich auch nicht anwesend sein werde, geistig bin ich bei Ihnen, ohne den Mut und die Hoffnung aufzugeben. Es kommen bessere Tage.

Einen herzlichen Gruß,
Ihr Michael Helm

Brache

Freitags auf dem Block

brachliegendes land
industriebrache industriekultur museum

sitze seit monaten allein
im museum meiner literatur 
literaturbrache 
sprache bis auf weiteres geschlossen

mh