Michael Helm

Samstag ist Lesung!

Juli Zeh – Corpus Delicti
22.01.2022 | Stadtbücherei Spenge | 19.30 Uhr | Infos

Der Wunschpunsch

Die nächste Lesung in der Stadtbibliothek Herford bestreite ich wieder mit einem langjährigen Weggefährten, Freund und Mentor: Rolf Fuchs. Gemeinsam lesen wir in Herford Michael Endes Wunschpunsch. Wir freuen uns auf Kater-Rabe & Co. für Groß und Klein …

21.11.21 | Stadtbibliothek Herford | 11 Uhr | Infos

Nächste Lesung: Gilgamesch!

Die Geburtsstunde der Schriftsprache, ein toller Text, wortstark und musikalisch begleitet und interpretiert: Gilgamesch. Das wird am kommenden Freitag eine ganz besondere musikalische Lesung in Spenge, mit Eren Aksahin (Oud, u.a.), Stefan Kallmer (Klarinette), Michael Helm (Rezitation). Infos

Auch in Herdecke wieder Lesungen

Ich freue mich darauf, dass nun auch in Herdecke wieder eine Lesung stattfinden wird. Zusammen mit der Buchhandlung Herdecke werde ich im November George Sand, Ein Winter auf Mallorca, zum Besten geben. Wir freuen uns, dass das Onikon wieder aushelfen wird. Denn dorthin weichen wir auch dieses Mal aus, wegen der beengten Räumlichkeiten in der Buchhandlung. Danke!

George Sand | 25.11.2021 | 19.30 Uhr | Infos

Eine starke Persönlichkeit …

… und intensive Texte: Ich freue mich auf die Lesung am Samstag zu Milena Jesenská.

02.10.21 | Stadtbücherei Spenge | 19.30 Uhr | Infos

Herforder AutorInnen lesen wieder

Im Rahmen der Herforder Kulturnacht (25.09.2021) liest auch die Herforder AutorInnen-Gruppe am kommenden Samstag wieder. Der lange, aber wenig märchenhafte Zauberschlaf ist vorbei. Wir freuen uns auf die Lesung und auf viele Gäste …

25.09.21 | Frühherrenhaus Herford | 19.30 Uhr | Infos

Literarische Mallorcareise

Morgen können Sie mit mir nach Mallorca reisen. Rein literarisch ist das kein Problem. Kein Reise- oder Coronastress. Nur kommen und lauschen …

George Sand – Ein Winter auf Mallorca
22.09.21 | 19.30 Uhr| Stadtbücherei Spenge | Infos

mh

Nächste Lesung zu George Sand

Die nächste Lesung in Spenge widme ich der französischen Schriftstellerin George Sand und ihrem wohl bekanntesten Buch „Ein Winter auf Mallorca“.

22.09.21 | 19.30 Uhr | Stadtbücherei Spenge | Weitere Infos

Heines Wintermärchen

Die nächste Matinee mit Heinrich Heines berühmtestem Text: Deutschland. Ein Wintermärchen.

Mehr zur Lesung in der Stadtbibliothek Herford am kommenden Sonntag (12.09.21 | Infos)

Open Air in Herford

Am Donnerstag geht’s endlich wieder los:

Hemingway Waits – Used Songs & Stories
Musikalische Lesung mit Michael Helm & Stefan Kallmer (Musik)
Stadtbibliothek Herford | 19 Uhr | Im Hinterhof | Link

Aus dem Block …

Samstag ist Lesung!

Juli Zeh – Corpus Delicti
22.01.2022 | Stadtbücherei Spenge | 19.30 Uhr | Infos

Kaspars Gedankengang XI

„Bei aller Schläue hatten sie das Geheimnis, was ein anderer dachte, noch nicht gelüftet. Vielleicht traf das weniger zu, wenn sie einen in der Hand hatten. Man wusste nicht, was im Liebesministerium geschah, aber vermuten konnte man es: Folter, Drogen, empfindliche Apparate, die die Nervenreaktionen registrierten, allmähliche Zermürbung durch Schlafentzug, Einsamkeit und unablässig Verhöre. Tatsachen jedenfalls ließen sich nicht verheimlichen. Die ließen sich durch Fragen erhalten und durch Folter herauspressen. Doch wenn es nicht das Ziel war, am Leben, sondern ein Mensch zu bleiben, was änderte das letztlich groß? Die Gefühle konnten sie nicht ändern, das konnte man ja nicht einmal selbst, auch wenn man es wollte.
Was man getan, gesagt oder gedacht hatte, das konnten sie alles bis ins Kleinste aufdecken, das Innerste aber, dessen Funktionsweise sogar einem selbst ein Rätsel war, das blieb unangreifbar.“

George Orwell, 1984, Insel, 2021,
übersetzt von Eike Schönfeld, S. 223

… ich hänge noch immer in der Lektüre von 1984 fest … kann man so sagen … immer wieder suche ich mir einzelne Szenen heraus, über die ich eine Nacht lang nachgrüble … hier eine aus der Übersetzung von Eike Schönfeld, die in der bisherigen Betrachtung vielleicht etwas kurz gekommen ist …

… Was mich an diesem Auszug so schockiert, ist die Trostlosigkeit der wiederholten Lektüre … warum das? … Ich mochte Orwell beim ersten Lesen damals am Ende der Passage so gerne recht geben, aber er zeigt am Ende seines Buches, dass auch das möglich ist: Nichts bleibt in 1984 unangreifbar, selbst die Liebe nicht, selbst das „Menschbleiben“ nicht. Menschen sind so verdammt beeinflussbar. Es muss nicht einmal durch Folter geschehen, möchte ich 2021 hinzufügen …

… in einer zweiten Szene schildert Orwell, wie während einer Propagandaveranstaltung, während einer Rede des Funktionärs, während eines einzigen Satzes sich die Tatsachen zu ändern scheinen, auf denen die Propaganda fußt: Ozeanien liegt plötzlich nicht mehr mit Eurasien im Krieg, sondern von einer Sekunde auf die andere wird der Krieg mit der anderen Partei, dem ehemaligen Verbündeten Ostasien propagiert. Mit Eurasien sei man doch schon ewig verbündet! … Alle Fakten werden in ihr Gegenteil verkehrt … die Maschinerie der Vergangenheitsfälschung wird wieder angeworfen … die Vergangenheit wieder einmal getilgt, ersetzt … die Lüge durch eine weitere Lüge ausgetauscht …

… Beeindruckend allerdings, wie schnell das geht … wie innerhalb eines Moments die Meinung der Menschen manipulierbar ist … Während der Rede des Funktionärs nehmen es die Menschenmassen hin. Der Redner beendet den Satz im Lichte der neuen Fakten, der neuen Wahrheiten … Wir liegen im Krieg mit Ostasien! … war nie anders … wer anderes behauptet, ist Staatsfeind! … wer anderes denkt … Gedankenverbrecher! … Fakten werden zu Lügen … Lügen zur Wahrheit … und obwohl alles noch vor einer Sekunde das Gegenteil zu sein schien … es wird von den Menschen, die dem Redner euphorisch zujubeln, geglaubt … alte Plakate werden von den Wänden gerissen … Fake News! … nieder mit der Feindpropaganda! … es lebe die Partei! … es lebe der große Bruder! … Wahrheit mit einer Halbwertszeit von Sekunden …

… kommt uns irgendwie bekannt vor?

Kaspar Hauser