Michael Helm

Lektüreempfehlungen

Aufgelesenes II

Seit meiner letzten Notiz hier auf dem Block bekomme ich Zuschriften mit Lektüreempfehlungen auf Rezept. Von Homers Ilias bis Stephen Kings Mr. Mercedes ist alles dabei. Ich frage mich allerdings, wie mich das Gemetzel um Troja oder der wahnsinnige Selbstmordattentäter mit Nobelkarosse heiter in den Schlaf bringen sollen. Also ich befürchte, da würde mir meine Ärztin doch wieder Die Verwandlung auf den Nachttisch legen wollen. Da wird ein Ungeziefer schlimmstenfalls mit Äpfeln beworfen.

Ungeziefer bei Seite. Als lesenswert entpuppte sich am Wochenende dann folgendes Buch: Unter den Menschen von Mathijs Deen. Ein schmales Büchlein von knapp hundertneunzig Seiten im Mareverlag. Der Autor war mir bislang unbekannt. Jetzt, wo ich angebissen habe, stelle ich jedoch fest, dass es von dem Menschen kaum noch weitere Übersetzungen aus dem Niederländischen gibt. Man, man, man …
Also Herr Andreas Ecke (seines Amtes Übersetzer) machen Sie hin! Jetzt ist Zeit, nicht nur zum Lesen … ;)

PS. Liebe Block-Leser,
vielen, vielen lieben Dank für die Lesehilfen. Allein die Zuschriften haben mich besser schlafen lassen. Und fällt euch auf, ich habe das C-Wort gar nicht gebraucht. Geruhsame Nacht!
Euer

mh

Aus dem Block …

Nacht der Bibliotheken

Heute ist die „Nacht der Bibliotheken“, auch in Spenge. Ich hätte dort heute Abend Kurt Tucholsky gelesen. In C-Zeiten natürlich nicht live.

Dabei hatte ich im Dezember noch gehofft: Im März könnte doch wieder etwas gehen, vielleicht im kleinen Rahmen, vielleicht mit wenig Publikum, hinter Masken und Plexiglaswänden, oder doch ohne Gäste? Jetzt findet die Lesung auch ohne Rezitator statt. Der sitzt, wie Sie, zu Hause und liest sich selbst etwas vor.

Dafür hat die fb-Seite der „Stadt Spenge – Kultur und Stadtmarketing“ einen kleinen Auszug, einen Tucholsky-Schnipsel von mir online gestellt. (Danke dafür an Spenge und die Bücherei.)

Das Thema der Nacht der Bibliotheken ist „Einmischen“. Und Tucholsky hat sich eingemischt und würde es auch heute noch tun. Aber dazu dann später wieder mehr … live, ohne Virus, mit Publikum und Live-Einmischung meinerseits.

Wenn ich körperlich auch nicht anwesend sein werde, geistig bin ich bei Ihnen, ohne den Mut und die Hoffnung aufzugeben. Es kommen bessere Tage.

Einen herzlichen Gruß,
Ihr Michael Helm

Brache

Freitags auf dem Block

brachliegendes land
industriebrache industriekultur museum

sitze seit monaten allein
im museum meiner literatur 
literaturbrache 
sprache bis auf weiteres geschlossen

mh