Michael Helm

Aktuelles zu den Lesungen

Spenge
Die erste Lesung Zwischen den Zeilen in der Stadtbücherei Spenge findet am 9. September statt. Wegen der Corona-Richtlinien, wird es nicht so viele Plätze wie üblich geben. Karten gibt es nur im Vorverkauf in der Stadtbücherei unter 05225 6322. Es wird keine Abendkasse geben!

Lew Tolstoi – Anna Karenina
09.09.2020 | 19.30 Uhr | Stadtbücherei Spenge
Infos

Die Lesung findet ohne Pause statt. Im Haus herrscht Maskenpflicht. Die Masken können abgenommen werden, wenn Sie sich an ihrem Platz befinden. Ich freue mich wieder bei Ihnen in Spenge sein zu können.

Herdecke
Für die Lesungen in Herdecke haben wir einen Ersatzort gefunden. In der Buchhandlung sind die Veranstaltungen nicht wie gewohnt machbar. Daher ziehen wir ins Onikon-Kino um. Wir sind den Betreibern sehr dankbar für diese Möglichkeit!
Dafür mussten wir allerdings den ersten Termin, die Irland-Lesung, um eine Woche nach hinten verschieben. Die Lesung findet nun am 1. Oktober statt.

Irland
01.10.2020 | 19.30 Uhr | Onikon-Kino Herdecke
Infos

Karten der ausgefallen Lesung im Frühjahr bleiben für diese Lesung gültig. Darüber hinaus können Sie noch Karten in der Buchhandlung Herdecke bekommen. Auch hierbei gelten natürlich die Corona-Schutzmaßnahmen.

Herford
In der Stadtbibliothek haben wir nun auch die Termine für die beiden Matineen gefunden:

Matineen in der Stadtbibliothek Herford
20.09.2020 | 11 Uhr | Die Zeit flieht, die Liebe bleibt …
22.11.2020 | 11 Uhr | Deutschland. Ein Wintermärchen

Die Lesungen werden vermutlich an einem anderen Ort in der Bibliothek stattfinden. Auch hier werden wir den Rahmen den Gesundheitsschutzregeln anpassen. Nähere Infos zu beiden Lesungen folgen hier und unter Lesungen in den nächsten Tagen.

Ich danke den Veranstaltern für das Engagement und den Mehraufwand, der in diesen Zeiten notwendig ist. Nichts ist im Augenblick normal und selbstverständlich.
Weiterhin finden Sie hier alle aktuellen Infos.

Ihr Michael Helm

Ganz normaler Wahnsinn!

Ich liebe die Vorweihnachtszeit! Ich liebe es, jetzt in Dortmund einzukaufen, möglichst am Heimspielsamstag!! Geschenke kauft man doch rechtzeitig, wie vernünftig!!! (Kluger Psychiater!) Das bringt einen doch um den Verstand oder nicht!!!!

Wer das alles lieber im Pendragon Blog nachlesen möchte: Meine Erzählung 7867 ist dort seit heute online. Viel Freude und einen gepflegten Irrsinn. Pendragon Blog»

mh

Aus dem Block …

Lesungen erwachen aus dem Dornröschenschlaf …

Die Webseite erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf!
Der Schlaf war zu lang und ich hoffe, nicht wieder einzunicken. Aber es besteht immerhin die Hoffnung …

In Planung sind zwei Open-Air-Lesungen mit Musik in Herford und Spenge. Geplant sind die Herbstlesungen in der Stadtbücherei Spenge. Geplant sind die Matineen in der Stadtbibliothek in Herford. Auch in Herdecke wird gesprochen und geplant.

Hurra! Die Kultur wird wieder wachgeküsst!

mh

Campo de´ Fiori

Römische Plätze

Er liegt verwinkelt inmitten der Stadt, als ziere er sich; wenn auch alle Römer ihn kennen. Das Blumenfeld genannt – ins Deutsche übertragen – als wolle man ihn, den Campo de´ Fiori, blumig bezeichnen. Obwohl er seinen Namen den Blumen fiori verdankt, die hier im Mittelalter wild wuchsen, ist er noch immer treffend so benannt. Denn folgt man morgens einer kleinen römischen Gasse – die verstellt ist mit gestauchten Automobilen und Rollern und deren Häuser halb verborgen liegen hinter Bougainvillen, hinter Geranien und Yuccas – dann öffnet sich der bescheidene Platz plötzlich in bunter Farbigkeit vor unseren Augen: Grüne, rote und gelbe Peperoni hängen bei weißen und rötlichen Zwiebeln, neben Knoblauch und über Orangen, Tomaten und Erdbeeren; alles kunterbunt durcheinander, wie auf einer Frühjahrswiese.

Campo de´ Fiori. Gerüche von Kräutern und Gewürzen. Geklapper von Kisten und Ständen. Die alte Zeigerwaage wiegt die Wünsche nach frischem Gemüse, nach Obst aller erdenklichen Sorten in wenigen Münzen auf. Am nächsten Stand wühlt man schon zwischen Sommerhüten und Seidentüchern. Italienisches Palaver schwillt an und ab zwischen den Ständen des morgendlichen Marktes. Und am Rande des Ganzen hockt ein kleiner Hund auf der Fußablage eines Motorrollers. Den Kopf streckt er genüsslich nach oben, als warte er dort, nur die Sonne genießend, auf Herrchen. Dabei betrachtet er das menschliche Treiben des Marktes von einer, für ihn doch exponierten Stelle mit Gleichgültigkeit. Morgens ist er der kleine Herr des Campo de´ Fiori auf seinem Roller. Als gäbe es da einen Zweifel!

Doch der Platz verändert sich im Licht. Obst- und Gemüsestände sind am Nachmittag auf einmal verschwunden und der Campo öffnet sich den Blicken. Dann ragt inmitten des Platzes ein Standbild auf, das im geschäftigen Treiben untergegangen schien. Die düstere Gestalt auf ihrem Sockel hatte den ganzen Morgen unbewegt über die Marktstände geschaut. Nun blickt sie nachdenklich auf den Campo. Das Gesicht des Mannes liegt verborgen unter der Kapuze seiner Mönchskutte. Gerade erst scheint er stehen geblieben. Seine Arme haben sich vor der Kutte verschränkt, seine Hände haben sich nicht zum erlösenden Spruch gefunden; sie schwören nicht ab! Stattdessen, so scheint es, hält er fest an der Gewissheit eines Buches, das er sich selbstbewusst an den Leib drückt. Das Geheimnis seines Gesichtes bleibt unter der Kapuze verborgen. 

Bricht der Abend herein wird der Platz dunkler und die Lampen erleuchten ihn spärlich. Verstohlen tastet das künstliche Licht der Laternen sich über den Campo. Ihn umgeben erleuchtete, kleine Geschäfte. Die Restaurants öffnen, die Tische rings um den Platz füllen sich; das abendliche Leben des Campo de´ Fiori beginnt.

Je finsterer es wird, desto mutiger scheint mir das Licht der Laternen. Gelblich-orange schimmert es zu Füßen des Mönches und klettert langsam empor am sandsteinernen Sockel. Er steht weiterhin ungerührt inmitten des römischen Platzes. Touristen umgeben ihn mit sorgloser Ausgelassenheit, lassen sich am Fuß des Postamentes nieder. Die Menschen genießen ihr Essen, den Wein, die besondere Atmosphäre eines Ortes, der durch sein nächtliches Lichtspiel verzaubert. Ringsum ist Leben, ist Ausgelassenheit und Leichtigkeit.

Das Geheimnis des Platzes liegt jedoch in einer kaum bemerkten Schwere

Sein verborgener Blick liegt auf dem Campo. Was, wenn der einsame Mönch dort oben nicht ausharrte? 1600 n. Chr. hatte man Giordano Bruno hier zum Scheiterhaufen geführt und lebendig verbrannt. Zuvor acht Jahre Haft und der Prozess der Inquisition. In der einsetzenden Dunkelheit schaut er von seinem Postament auf die Menschen in den Bars und Lokalen; inmitten des römischen Lebens, inmitten des sonderbaren Lichtes, das sich zu Giordano Brunos Füßen in der Dunkelheit ausbreitet, als schwele hier noch eine Glut. Hält uns die Dunkelheit einmal umschlungen, sieht man, wie der helle Sandstein des Postaments im kunstvollen Licht flimmert. Die dunkle Bronzegestalt in ihrem Umhang entzieht sich unserem Blick und verschwindet über uns allmählich in finsterer Nacht.

Michael Helm