Michael Helm

Vorverkaufsbeginn in Herdecke

Für die nächste Lesung in der Buchhandlung Herdecke beginnt morgen der Vorverkauf. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Karten gibt es vor Ort in der Buchhandlung.

klein & fein – Literatur im Dachgeschoss
Gedichte sind gemalte Fensterscheiben
02.04.20 | 19.30 | Buchhandlung Herdecke | Infos

Sie strahlt in ihren mannigfaltigen Facetten. Eine Farbe leuchtet neben der anderen. Die deutsche Lyrik.

»Gedichte sind gemalte Fensterscheiben,« wusste schon Goethe. Von außen betrachtet ist ein Kirchenfenster schmucklos. »Kommt aber nur einmal herein!« lädt der Dichter den Leser in seinem Gedicht ein. Wie es dort strahlt und funkelt.

Dieser Einladung folgt Michael Helm, der mit Ihnen auf eine ungewöhnliche Zeitreise aufbrechen möchte. Zurück in die Jahrhunderte der deutschen Lyrik. Etliche Formen und Farben einmal mit einem Blick, an einem Abend betrachten.

Ein Dichter mit Ecken und Kanten

Heinrich Heine-Lesung in Herdecke

Meine Begeisterung für Heinrich Heine hat eine lange Geschichte. Eine Geschichte, die in der Schule beginnt und das ist für literarische Vorlieben fast etwas ungewöhnlich.

Jedoch für die ersten Gedichte Heines wusste mich ein Deutschlehrer zu begeistern. Dann kamen das große Heine-Jubiläum zum 200. Geburtstag 1997 in Düsseldorf und später meine ersten Lesungen im Schnabelewopski, in der Kneipe des Hauses, in dem Heinrich Heine geboren worden war. Etliche Lesungen an vielen anderen Orten folgten. Am kommenden Donnerstag freue ich mich in der Buchhandlung Herdecke wieder darauf. 

Heinrich Heine
Ein Dichter mit Ecken und Kanten

06.02.2020 | Buchhandlung Herdecke | 19.30 Uhr | Infos
Die Lesung ist restlos ausverkauft. 

hm

Vorverkaufsbeginn in Herdecke

Für die Lesung „Heinrich Heine – Ein Dichter mit Ecken und Kanten“ in der Buchhandlung Herdecke am 06.02.2020 (Infos) beginnt heute der Vorverkauf in der Buchhandlung. Das Platzangebot ist begrenzt, der Andrang ist groß! Also, los geht’s …

mh

Dank an die tollen Teams in Herdecke und Herford

Europa-Lesung in Herdecke (Veranstalterfoto)

In Herdecke sind meine Lesungen noch nicht so lange bekannt. Literatur im Dachgeschoss in der Herdecker Buchhandlung gab es am vergangenen Donnerstag dort erst zum zweiten Mal. Nach Morgennatz & Ringelstern im März waren es an diesem Abend die Texte zum Thema Europa, passend am Europatag und kurz vor der Europawahl.

Beide Veranstaltungen waren ausverkauft; es gab tolle Gespräche mit den Leuten in der Pause und nachher. Auch die kommenden beiden Lesungen in diesem Jahr sind bereits sehr gut nachgefragt. Ich freue mich, dass die Reihe bereits so gut angenommen wird. Das ist einem tollen Team in der Buchhandlung zu danken. Ich fühle mich dort nicht nur zu Hause – das wäre in meiner Heimatstadt keine Kunst – sondern auf eine Weise angekommen, wie sich das an anderen Orten erst viel später ergibt. Es funktioniert und macht Spaß!

Über zehn Jahre Lesungen in Herford

In Herford hatte gestern die Venedig-Lesung Premiere. Es gibt die Veranstaltungen in der Stadtbibliothek schon so lange, dass ich mich wie im eigenen Wohnzimmer fühle. Das Publikum ist mir vertraut und geschätzt. Die Inspirationen, Fragen und Diskussionen in der Pause sind immer besonders. Auch hier ist es ein toller Rahmen, den das Team mir bereitet. Und das an einem Sonntagmorgen!

Ohne ein vertrautes Miteinander mit den Veranstaltern geht es bei mir nicht. Sie machen die wichtige Arbeit im Hintergrund. Sie geben mir das Gefühl willkommen zu sein. Merci!

mh

Europa

Nur eine Lesung? Aber ein deutlich hörbares literarisches Statement für eine alte Idee. Für Gemeinsamkeit, Offenheit, Toleranz, Demokratie, Vernunft und ein ehrliches, herzliches Miteinander. So stelle ich mir das vor… und offenbar auch viele Literaten, die die EU, eine EG oder eine EWG noch nicht einmal kannten.

Sie wurden wegen ihrer Schriften oftmals verboten, sogar verfolgt. Sie lebten im Exil, innerlich oder real. Sie setzten sich dennoch ein für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Für die Idee eines geeinten Europas. Sie gaben dieser Idee ihre Stimme.

Infos zur Lesung

Biografieträchtiges

Heute lese ich zum ersten Mal in der Buchhandlung Herdecke. Es ist schon etwas anderes, an dem Ort zu lesen, an dem man seine ersten Bücher gekauft hat. Das wird heute Abend also biografieträchtig. Auch wenn es um die Herren Morgennatz & Ringelstern gehen wird. Infos zur Lesung.

Große Nachfrage in Herdecke

Die angekündigten Lesungen in Herdecke „klein & fein – Literatur im Dachgeschoss“ erfreuen sich einer großen Nachfrage. Das freut uns natürlich sehr. Wer noch Karten bekommen möchte für die vier Lesungen, der sollte sich sputen. Reservieren können Sie in der Buchhandlung unter Tel. 02330 2507. Mehr Infos zu den Lesungen.

mh

Lesungen jetzt auch in Herdecke

Zusammen mit der Buchhandlung Herdecke wird es 2019 vier Lesungen geben. Unter dem Motto „klein & fein – Literatur im Dachgeschoss“ freue ich mich auf intime literarische Momente in der Buchhandlung, die ich seit Kindertagen kenne. Der Platz ist begrenzt, doch um so gemütlicher wird es. Keine Verstärkung, kein Eventcharakter, einfach nur Literatur für interessierte ZuhörerInnen.

Humorvoll, gesellig, gesellschaftskritisch, nachdenklich, unterhaltsam, anregend, mahnend, informativ, um die Ecke gedacht, skurril und etwas anders soll es sein. Wir würden uns freuen, wenn Sie dabei wären.

Was Sie erwartet, finden Sie hier unter Lesungen. Der erste Literaturabend ist bereits am 14.03.19. Karten gibt es in der Buchhandlung. Da es wirklich nicht viele Plätze sind, ist eine Voranmeldung oder Kartenreservierung ratsam.

Wir freuen uns auf viel spannende Literatur im Dachgeschoss.

mh

Aus dem Block …

Lesungen erwachen aus dem Dornröschenschlaf …

Die Webseite erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf!
Der Schlaf war zu lang und ich hoffe, nicht wieder einzunicken. Aber es besteht immerhin die Hoffnung …

In Planung sind zwei Open-Air-Lesungen mit Musik in Herford und Spenge. Geplant sind die Herbstlesungen in der Stadtbücherei Spenge. Geplant sind die Matineen in der Stadtbibliothek in Herford. Auch in Herdecke wird gesprochen und geplant.

Hurra! Die Kultur wird wieder wachgeküsst!

mh

Campo de´ Fiori

Römische Plätze

Er liegt verwinkelt inmitten der Stadt, als ziere er sich; wenn auch alle Römer ihn kennen. Das Blumenfeld genannt – ins Deutsche übertragen – als wolle man ihn, den Campo de´ Fiori, blumig bezeichnen. Obwohl er seinen Namen den Blumen fiori verdankt, die hier im Mittelalter wild wuchsen, ist er noch immer treffend so benannt. Denn folgt man morgens einer kleinen römischen Gasse – die verstellt ist mit gestauchten Automobilen und Rollern und deren Häuser halb verborgen liegen hinter Bougainvillen, hinter Geranien und Yuccas – dann öffnet sich der bescheidene Platz plötzlich in bunter Farbigkeit vor unseren Augen: Grüne, rote und gelbe Peperoni hängen bei weißen und rötlichen Zwiebeln, neben Knoblauch und über Orangen, Tomaten und Erdbeeren; alles kunterbunt durcheinander, wie auf einer Frühjahrswiese.

Campo de´ Fiori. Gerüche von Kräutern und Gewürzen. Geklapper von Kisten und Ständen. Die alte Zeigerwaage wiegt die Wünsche nach frischem Gemüse, nach Obst aller erdenklichen Sorten in wenigen Münzen auf. Am nächsten Stand wühlt man schon zwischen Sommerhüten und Seidentüchern. Italienisches Palaver schwillt an und ab zwischen den Ständen des morgendlichen Marktes. Und am Rande des Ganzen hockt ein kleiner Hund auf der Fußablage eines Motorrollers. Den Kopf streckt er genüsslich nach oben, als warte er dort, nur die Sonne genießend, auf Herrchen. Dabei betrachtet er das menschliche Treiben des Marktes von einer, für ihn doch exponierten Stelle mit Gleichgültigkeit. Morgens ist er der kleine Herr des Campo de´ Fiori auf seinem Roller. Als gäbe es da einen Zweifel!

Doch der Platz verändert sich im Licht. Obst- und Gemüsestände sind am Nachmittag auf einmal verschwunden und der Campo öffnet sich den Blicken. Dann ragt inmitten des Platzes ein Standbild auf, das im geschäftigen Treiben untergegangen schien. Die düstere Gestalt auf ihrem Sockel hatte den ganzen Morgen unbewegt über die Marktstände geschaut. Nun blickt sie nachdenklich auf den Campo. Das Gesicht des Mannes liegt verborgen unter der Kapuze seiner Mönchskutte. Gerade erst scheint er stehen geblieben. Seine Arme haben sich vor der Kutte verschränkt, seine Hände haben sich nicht zum erlösenden Spruch gefunden; sie schwören nicht ab! Stattdessen, so scheint es, hält er fest an der Gewissheit eines Buches, das er sich selbstbewusst an den Leib drückt. Das Geheimnis seines Gesichtes bleibt unter der Kapuze verborgen. 

Bricht der Abend herein wird der Platz dunkler und die Lampen erleuchten ihn spärlich. Verstohlen tastet das künstliche Licht der Laternen sich über den Campo. Ihn umgeben erleuchtete, kleine Geschäfte. Die Restaurants öffnen, die Tische rings um den Platz füllen sich; das abendliche Leben des Campo de´ Fiori beginnt.

Je finsterer es wird, desto mutiger scheint mir das Licht der Laternen. Gelblich-orange schimmert es zu Füßen des Mönches und klettert langsam empor am sandsteinernen Sockel. Er steht weiterhin ungerührt inmitten des römischen Platzes. Touristen umgeben ihn mit sorgloser Ausgelassenheit, lassen sich am Fuß des Postamentes nieder. Die Menschen genießen ihr Essen, den Wein, die besondere Atmosphäre eines Ortes, der durch sein nächtliches Lichtspiel verzaubert. Ringsum ist Leben, ist Ausgelassenheit und Leichtigkeit.

Das Geheimnis des Platzes liegt jedoch in einer kaum bemerkten Schwere

Sein verborgener Blick liegt auf dem Campo. Was, wenn der einsame Mönch dort oben nicht ausharrte? 1600 n. Chr. hatte man Giordano Bruno hier zum Scheiterhaufen geführt und lebendig verbrannt. Zuvor acht Jahre Haft und der Prozess der Inquisition. In der einsetzenden Dunkelheit schaut er von seinem Postament auf die Menschen in den Bars und Lokalen; inmitten des römischen Lebens, inmitten des sonderbaren Lichtes, das sich zu Giordano Brunos Füßen in der Dunkelheit ausbreitet, als schwele hier noch eine Glut. Hält uns die Dunkelheit einmal umschlungen, sieht man, wie der helle Sandstein des Postaments im kunstvollen Licht flimmert. Die dunkle Bronzegestalt in ihrem Umhang entzieht sich unserem Blick und verschwindet über uns allmählich in finsterer Nacht.

Michael Helm