Michael Helm

Erste Lesung nach der Zwangspause

Ich freue mich!
Wieder einmal auftreten!
Wer hat Lust zu kommen?
Reisen wir doch einfach gemeinsam nach Sizilien.
Wann? Wo? Wie?
Hier gibts alle Infos!

mh

Erste Open Air-Lesung

Meine erste Lesung nach dem Lockdown wird in Herford stattfinden. Geplant ist sie am 21. August um 19.30 Uhr im Hinterhof der Stadtbibliothek. Es wird eine kürzere Veranstaltung, etwa 70 Minuten, ohne Pause. Thema: Sizilien. Ich bin dem Förderverein der Stadtbibliothek Buch.Bar sehr dankbar für das Engagement um diese Lesung. 

Mit Sizilien verbinde ich persönlich sehr viel. Wir haben die Insel bereist und ins Herz geschlossen. Während des Corona-Höhepunkts wandte sich mein besorgter Blick immer wieder in Richtung Italien. Da wir im Augenblick nicht so unbefangen reisen können, erwartet Sie ein bisschen Sommer, ein bisschen Kultur, ein bisschen Literatur … an der frischen Luft.

Wenn die Fallzahlen und das Wetter mitziehen, freue ich mich auf Sie in Herford. Weitere Infos finden Sie hier. Karten gibt es in der Stadtbibliothek.

Ihr Michael Helm 

Gedichte sind gemalte Fensterscheiben

Die Deutsche Dichtkunst eines Jahrtausends

Eine Lesung von Michael Helm für den Förderverein der Stadtbibliothek Buch.Bar

Sie strahlt in ihren mannigfaltigen Facetten. Eine Farbe leuchtet neben der anderen. Die deutsche Lyrik.

»Gedichte sind gemalte Fensterscheiben,« wusste schon Goethe. Von außen betrachtet ist ein Kirchenfenster schmucklos. »Kommt aber nur einmal herein!« lädt der Dichter den Leser in seinem Gedicht ein. Wie es dort strahlt und funkelt …

Infos zur Lesung»

07.06.18 | 19.30 Uhr | Stadtbibliothek Herford

Bildquelle: Pixabay

»Das ist der Teutoburger Wald«

oder: Über den Hermann durch Ostwestfalen
Eine literarisch-fotografische Wanderung durch ein ungewöhnliches Stück NRW
06.04.2017 | 19.30 Uhr | Stadtbibliothek | Linnenbauerplatz 6 | 32052 Herford

Aus dem Block …

Lesungen erwachen aus dem Dornröschenschlaf …

Die Webseite erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf!
Der Schlaf war zu lang und ich hoffe, nicht wieder einzunicken. Aber es besteht immerhin die Hoffnung …

In Planung sind zwei Open-Air-Lesungen mit Musik in Herford und Spenge. Geplant sind die Herbstlesungen in der Stadtbücherei Spenge. Geplant sind die Matineen in der Stadtbibliothek in Herford. Auch in Herdecke wird gesprochen und geplant.

Hurra! Die Kultur wird wieder wachgeküsst!

mh

Campo de´ Fiori

Römische Plätze

Er liegt verwinkelt inmitten der Stadt, als ziere er sich; wenn auch alle Römer ihn kennen. Das Blumenfeld genannt – ins Deutsche übertragen – als wolle man ihn, den Campo de´ Fiori, blumig bezeichnen. Obwohl er seinen Namen den Blumen fiori verdankt, die hier im Mittelalter wild wuchsen, ist er noch immer treffend so benannt. Denn folgt man morgens einer kleinen römischen Gasse – die verstellt ist mit gestauchten Automobilen und Rollern und deren Häuser halb verborgen liegen hinter Bougainvillen, hinter Geranien und Yuccas – dann öffnet sich der bescheidene Platz plötzlich in bunter Farbigkeit vor unseren Augen: Grüne, rote und gelbe Peperoni hängen bei weißen und rötlichen Zwiebeln, neben Knoblauch und über Orangen, Tomaten und Erdbeeren; alles kunterbunt durcheinander, wie auf einer Frühjahrswiese.

Campo de´ Fiori. Gerüche von Kräutern und Gewürzen. Geklapper von Kisten und Ständen. Die alte Zeigerwaage wiegt die Wünsche nach frischem Gemüse, nach Obst aller erdenklichen Sorten in wenigen Münzen auf. Am nächsten Stand wühlt man schon zwischen Sommerhüten und Seidentüchern. Italienisches Palaver schwillt an und ab zwischen den Ständen des morgendlichen Marktes. Und am Rande des Ganzen hockt ein kleiner Hund auf der Fußablage eines Motorrollers. Den Kopf streckt er genüsslich nach oben, als warte er dort, nur die Sonne genießend, auf Herrchen. Dabei betrachtet er das menschliche Treiben des Marktes von einer, für ihn doch exponierten Stelle mit Gleichgültigkeit. Morgens ist er der kleine Herr des Campo de´ Fiori auf seinem Roller. Als gäbe es da einen Zweifel!

Doch der Platz verändert sich im Licht. Obst- und Gemüsestände sind am Nachmittag auf einmal verschwunden und der Campo öffnet sich den Blicken. Dann ragt inmitten des Platzes ein Standbild auf, das im geschäftigen Treiben untergegangen schien. Die düstere Gestalt auf ihrem Sockel hatte den ganzen Morgen unbewegt über die Marktstände geschaut. Nun blickt sie nachdenklich auf den Campo. Das Gesicht des Mannes liegt verborgen unter der Kapuze seiner Mönchskutte. Gerade erst scheint er stehen geblieben. Seine Arme haben sich vor der Kutte verschränkt, seine Hände haben sich nicht zum erlösenden Spruch gefunden; sie schwören nicht ab! Stattdessen, so scheint es, hält er fest an der Gewissheit eines Buches, das er sich selbstbewusst an den Leib drückt. Das Geheimnis seines Gesichtes bleibt unter der Kapuze verborgen. 

Bricht der Abend herein wird der Platz dunkler und die Lampen erleuchten ihn spärlich. Verstohlen tastet das künstliche Licht der Laternen sich über den Campo. Ihn umgeben erleuchtete, kleine Geschäfte. Die Restaurants öffnen, die Tische rings um den Platz füllen sich; das abendliche Leben des Campo de´ Fiori beginnt.

Je finsterer es wird, desto mutiger scheint mir das Licht der Laternen. Gelblich-orange schimmert es zu Füßen des Mönches und klettert langsam empor am sandsteinernen Sockel. Er steht weiterhin ungerührt inmitten des römischen Platzes. Touristen umgeben ihn mit sorgloser Ausgelassenheit, lassen sich am Fuß des Postamentes nieder. Die Menschen genießen ihr Essen, den Wein, die besondere Atmosphäre eines Ortes, der durch sein nächtliches Lichtspiel verzaubert. Ringsum ist Leben, ist Ausgelassenheit und Leichtigkeit.

Das Geheimnis des Platzes liegt jedoch in einer kaum bemerkten Schwere

Sein verborgener Blick liegt auf dem Campo. Was, wenn der einsame Mönch dort oben nicht ausharrte? 1600 n. Chr. hatte man Giordano Bruno hier zum Scheiterhaufen geführt und lebendig verbrannt. Zuvor acht Jahre Haft und der Prozess der Inquisition. In der einsetzenden Dunkelheit schaut er von seinem Postament auf die Menschen in den Bars und Lokalen; inmitten des römischen Lebens, inmitten des sonderbaren Lichtes, das sich zu Giordano Brunos Füßen in der Dunkelheit ausbreitet, als schwele hier noch eine Glut. Hält uns die Dunkelheit einmal umschlungen, sieht man, wie der helle Sandstein des Postaments im kunstvollen Licht flimmert. Die dunkle Bronzegestalt in ihrem Umhang entzieht sich unserem Blick und verschwindet über uns allmählich in finsterer Nacht.

Michael Helm