Michael Helm

Lew Tolstoi – Anna Karenina

09.09.2020 | 19:30 – 21:30 Uhr

Ort: Stadtbücherei Spenge | Poststraße 6a | 32139 Spenge | Deutschland

Eintritt: 6,- €


— Die Lesung im Bürgerzentrum beginnt um 19.30 Uhr. Wegen der aktuellen Situation werden die Gäste gebeten, sich kurz vor der Lesung nochmals über das Stattfinden der Veranstaltung zu erkundigen. Infos gibt es in der Bücherei telefonisch unter 05225 6322 oder auf der Webseite (http://www.spenge.de/buecherei). —

 

„Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie dagegen ist unglücklich auf ihre besondere Art.“

Es ist einer der bekanntesten Sätze Lew Tolstois und er stammt aus Anna Karenina. Der Roman handelt von zwei außergewöhnlichen Frauen, die aus unserer Kultur nicht mehr fortzudenken sind.

Die Hauptfigur Anna Karenina kommt aus gutem, adeligem Hause, ist verheiratet, gesellschaftlich geachtet und eine Dame von Welt. Im russischen Gesellschaftsbild des 19. Jahrhunderts sollte ihr nichts zu wünschen übrig bleiben. Anna Karenina jedoch will es anders: Sie entscheidet sich für die Liebe und gegen die monotone Ehe, für ihre Freiheit und gegen die gesellschaftliche Konvention. Zur damaligen Zeit eine tragische Entscheidung. In der Darstellung dieser großartigen literarischen Figur liegt immer noch das Potential zur Diskussion überkommener Rollenfestlegungen von Frauen in der Gesellschaft. Damals, wie heute.

Lew Tolstoi schildert in ihr ein psychologisch genau gezeichnetes Charakterbild im Spiegel der damaligen russischen Gesellschaft. Und in dieser Gesellschaft muss Annas Geschichte tragisch enden. Wie ein Gegenentwurf schildert Tolstoi hingegen das Bild einer anderen tragenden Frauenfigur des Romans, das Bild Kittys. Sie heiratet einen Mann den sie schätzt, aber nicht liebt. Für ihn und die Familie wird sie sich aufbringen. Die beiden Frauen stellt Michael Helm in den Focus seiner Lesung. In Auszügen widmet er sich dem Stoff, der nicht nur klassische russische Literatur geworden ist, sondern ein Stück Weltliteratur. Dostojewski nannte den Roman ein „vollkommenes Kunstwerk“.