Michael Helm

Lesescouts im Einsatz

10er-Jungs der Olof-Palme-Gesamtschule bei einer Lesung vor Grundschulkindern in der Gemeindebücherei Hiddenhausen.

mh

Erfahrene Vorleser legen schon los!

Lesescouts OPG 10erDie alten Hasen sind schon wieder bei der Arbeit. In Hiddenhausen (Kreis Herford) hatten die Zehntklässler der Olof-Palme-GS am Dienstag ihre ersten Vorlese-Projektstunden. Der Auftritt wird bereits im Februar / März sein, bevor die Jungen in ihre Abschlussprüfungen gehen. Da die Gruppe steht, konnten wir sofort zu Schuljahresbeginn loslegen.

Seit zwei Jahren macht es Spaß, die Jungs  an immer neuen Texten proben und bei Auftritten schwitzen zu sehen. Immer wieder ein Highlight: die Lesungen für die Leseanfänger, für GründschülerInnen in der Gemeindebücherei Hiddenhausen. Im Abschlussprojekt folgen nun Proben mit nicht ganz leichten Autoren und Texten. Ich freue mich auf ein spannendes, kreatives Jahr mit den Jungen Wilden.

mh

Ein Auftritt ist ein Auftritt ist ein Auftritt…

Da bereiteten sich die Lesescouts der Olof-Palme-Gesamtschule seit Monaten darauf vor, die einstudierten Texte bei einem abschließenden Auftritt in der Gemeindebücherei zu präsentieren. Cool, wie die Jungs oft sind, merkt man ihnen die Spannung erst auf den letzten Metern an. (more…)

Jeder Text hat eine Stimme

Ein Jahr lang haben sie versucht den unterschiedlichsten Rollen eine Stimme zu verleihen, die Lesescouts der Olof-Palme-Gesamtschule Hiddenhausen. Ob für einen alten Mann, der sich in den Wirren des Krieges auf der Flucht befindet, ob für zwei Jungen, die auf dem nächtlichen Friedhof Zeugen eines entsetzlichen Mordes werden, einem Jahrmarktsschreier, einem Trunkenbold, einem Soldaten oder einem verzweifelten Kunden am verkaufsoffenen Wochenende in der Großstadt, der dem Wahnsinn entgegentreibt. (more…)

Auftritt der Lesescouts

Junge Vorleser der Olof-Palme-Gesamtschule treten vor den Sommerferien wieder bei einer Lesung in der Gemeindebücherei in Hiddenhausen auf. (more…)

Aus dem Block …

Lesungen erwachen aus dem Dornröschenschlaf …

Die Webseite erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf!
Der Schlaf war zu lang und ich hoffe, nicht wieder einzunicken. Aber es besteht immerhin die Hoffnung …

In Planung sind zwei Open-Air-Lesungen mit Musik in Herford und Spenge. Geplant sind die Herbstlesungen in der Stadtbücherei Spenge. Geplant sind die Matineen in der Stadtbibliothek in Herford. Auch in Herdecke wird gesprochen und geplant.

Hurra! Die Kultur wird wieder wachgeküsst!

mh

Campo de´ Fiori

Römische Plätze

Er liegt verwinkelt inmitten der Stadt, als ziere er sich; wenn auch alle Römer ihn kennen. Das Blumenfeld genannt – ins Deutsche übertragen – als wolle man ihn, den Campo de´ Fiori, blumig bezeichnen. Obwohl er seinen Namen den Blumen fiori verdankt, die hier im Mittelalter wild wuchsen, ist er noch immer treffend so benannt. Denn folgt man morgens einer kleinen römischen Gasse – die verstellt ist mit gestauchten Automobilen und Rollern und deren Häuser halb verborgen liegen hinter Bougainvillen, hinter Geranien und Yuccas – dann öffnet sich der bescheidene Platz plötzlich in bunter Farbigkeit vor unseren Augen: Grüne, rote und gelbe Peperoni hängen bei weißen und rötlichen Zwiebeln, neben Knoblauch und über Orangen, Tomaten und Erdbeeren; alles kunterbunt durcheinander, wie auf einer Frühjahrswiese.

Campo de´ Fiori. Gerüche von Kräutern und Gewürzen. Geklapper von Kisten und Ständen. Die alte Zeigerwaage wiegt die Wünsche nach frischem Gemüse, nach Obst aller erdenklichen Sorten in wenigen Münzen auf. Am nächsten Stand wühlt man schon zwischen Sommerhüten und Seidentüchern. Italienisches Palaver schwillt an und ab zwischen den Ständen des morgendlichen Marktes. Und am Rande des Ganzen hockt ein kleiner Hund auf der Fußablage eines Motorrollers. Den Kopf streckt er genüsslich nach oben, als warte er dort, nur die Sonne genießend, auf Herrchen. Dabei betrachtet er das menschliche Treiben des Marktes von einer, für ihn doch exponierten Stelle mit Gleichgültigkeit. Morgens ist er der kleine Herr des Campo de´ Fiori auf seinem Roller. Als gäbe es da einen Zweifel!

Doch der Platz verändert sich im Licht. Obst- und Gemüsestände sind am Nachmittag auf einmal verschwunden und der Campo öffnet sich den Blicken. Dann ragt inmitten des Platzes ein Standbild auf, das im geschäftigen Treiben untergegangen schien. Die düstere Gestalt auf ihrem Sockel hatte den ganzen Morgen unbewegt über die Marktstände geschaut. Nun blickt sie nachdenklich auf den Campo. Das Gesicht des Mannes liegt verborgen unter der Kapuze seiner Mönchskutte. Gerade erst scheint er stehen geblieben. Seine Arme haben sich vor der Kutte verschränkt, seine Hände haben sich nicht zum erlösenden Spruch gefunden; sie schwören nicht ab! Stattdessen, so scheint es, hält er fest an der Gewissheit eines Buches, das er sich selbstbewusst an den Leib drückt. Das Geheimnis seines Gesichtes bleibt unter der Kapuze verborgen. 

Bricht der Abend herein wird der Platz dunkler und die Lampen erleuchten ihn spärlich. Verstohlen tastet das künstliche Licht der Laternen sich über den Campo. Ihn umgeben erleuchtete, kleine Geschäfte. Die Restaurants öffnen, die Tische rings um den Platz füllen sich; das abendliche Leben des Campo de´ Fiori beginnt.

Je finsterer es wird, desto mutiger scheint mir das Licht der Laternen. Gelblich-orange schimmert es zu Füßen des Mönches und klettert langsam empor am sandsteinernen Sockel. Er steht weiterhin ungerührt inmitten des römischen Platzes. Touristen umgeben ihn mit sorgloser Ausgelassenheit, lassen sich am Fuß des Postamentes nieder. Die Menschen genießen ihr Essen, den Wein, die besondere Atmosphäre eines Ortes, der durch sein nächtliches Lichtspiel verzaubert. Ringsum ist Leben, ist Ausgelassenheit und Leichtigkeit.

Das Geheimnis des Platzes liegt jedoch in einer kaum bemerkten Schwere

Sein verborgener Blick liegt auf dem Campo. Was, wenn der einsame Mönch dort oben nicht ausharrte? 1600 n. Chr. hatte man Giordano Bruno hier zum Scheiterhaufen geführt und lebendig verbrannt. Zuvor acht Jahre Haft und der Prozess der Inquisition. In der einsetzenden Dunkelheit schaut er von seinem Postament auf die Menschen in den Bars und Lokalen; inmitten des römischen Lebens, inmitten des sonderbaren Lichtes, das sich zu Giordano Brunos Füßen in der Dunkelheit ausbreitet, als schwele hier noch eine Glut. Hält uns die Dunkelheit einmal umschlungen, sieht man, wie der helle Sandstein des Postaments im kunstvollen Licht flimmert. Die dunkle Bronzegestalt in ihrem Umhang entzieht sich unserem Blick und verschwindet über uns allmählich in finsterer Nacht.

Michael Helm