Michael Helm

Dafür sage ich: Dankeschön Spenge!

vom 22. Januar 2015

Irgendwann – es muss vor 15 Jahren gewesen sein – findet man einen Namen für die Lesungen, die man fortan regelmäßig in der Stadtbücherei zelebrieren möchte: „Zwischen den Zeilen“. Das ist vielleicht nicht besonders innovativ, aber es schleicht sich ein, durch die Hintertür, ist irgendwie präsent, als Begriff auf einmal in den Köpfen. Und dann lässt es sich selbst aus dem eigenen nicht mehr fortdenken.

Gewohnheit sind mir die Lesungen in Spenge nie geworden. Erst vor spärlichem Publikum, unterstützt von den Wenigen, die es schon damals gewusst haben; dann in den neuen, schöneren Räumlichkeiten der Bibliothek. Dennoch denke ich manchmal fast wehmütig an die improvisierten Bedingungen des alten Bürgerzentrums zurück! Immer wieder auch vor neuen Gesichtern Literatur lebendig zu machen, das war und ist stets auch ein bisschen neu und erfrischend anders. Das Team um die Lesungen ist gewachsen, das Publikum wurde viel zahlreicher, die Präsenz in der Stadt und im Umfeld größer. Man selbst ist ein anderer geworden. Das wird einem auch klar. Und die Themen?

Erstaunt stelle ich heute fest, dass nicht eine einzige Lesung zweimal gelaufen ist. Wohl mal ein Autor mit etwas anderem Schwerpunkt, wohl mal ein Text in einem neuen Kontext, aber keine Wiederholung derselben Sendung in Ihrem Spenger Literatur-Programm. Verlässlich konnten Sie einschalten und Zwischen den Zeilen hören.

Das, weil es ein tolles Team möglich gemacht hat und weiterhin möglich macht. Und weil es ein neugieriges, aufgeschlossenes Publikum gibt, das nicht allein jedem Event hinterher ist und sich auch von einem ernsteren Gedanken durchaus unterhalten fühlt. Dafür sage ich: Dankeschön Spenge!

mh

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